Text: Kölner Stadtanzeiger vom 8. Oktober 2003

Ringelpiez für Consultants und Werbeleute

VON B. AUS DER WIESCHE, 08.10.03, 06:16h

Zwanglos Geschäftskontakte knüpfen - die Visitenkartenparty macht's möglich. Im Hotel Intercontinental Köln hatten sich rund 140 Gäste eingefunden.

Ausgerechnet zwei Nordlichter sorgten dafür, dass Rheinländer locker wurden. Arndt Aschenbeck, PR-Berater, und Yvonne Laage, Texterin, beide Freiberufler aus Hamburg, fanden vor einem Jahr Spaß an der Idee, Geschäftsleute untereinander Visitenkarten austauschen zu lassen. In Berlin, München und Frankfurt, um nur einige Städte zu nennen, hat das schon gut geklappt, jetzt war Köln mit der zwölften Party an der Reihe.

Bevor sie Kontakte knüpfen konnten, mussten die Teilnehmer arbeiten. Die Veranstalter verlangten Business-Profile, also schriftliche Steckbriefe, die vor der Party an Stellwände gepinnt wurden. Zur besseren Orientierung war jede Berufsgruppe farblich gekennzeichnet, am Eingang hing eine Übersicht über alle Firmen und Personen.

Und die strömten dann, meistens zu zweit oder zu dritt, auch pünktlich herbei - nachdem sie 20 Euro Eintritt gezahlt und sich im Foyer ein Glas mit Prickelwasser oder ähnlichem besorgt hatten, an dem sie sich festhalten konnten. Doch für Steifheit blieb wenig Zeit. Nach einer kurzen Aufwärmphase gab es Ringelpiez à la Aschenbeck / Laage, nämlich die "Reise nach Visitenkartenland" (Kindern als "Reise nach Jerusalem" bekannt) und das "Visitenkartenwandern". Dabei mussten die Gäste planlos durch den Saal schlendern, auf Kommando stoppen und ihrem Nachbarn / ihrer Nachbarin zur Rechten oder Linken eine Visitenkarte in die Hand drücken. Wer dann immer noch keinen Kontakt hatte, war es selbst Schuld. Aus dem eifrigen Geplauder ließ sich jedoch schließen, dass die Kontaktbörse funktionierte.

Auffallend stark vertreten waren die Consultants, gefolgt von den Werbeleuten. Aber auch Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Bürodienstleister hielten Ausschau nach neuen Klienten und Kunden. "Zwangloses Networking" oder "Beziehungsmanagement" heißt so etwas.

Resümee von Arndt Aschenbeck am Tag darauf: "Das sah alles gut aus. Wir kommen wieder." Er und Yvonne Laage können sich vorstellen, Köln alle drei Monate mit ihrer Veranstaltung zu beglücken.
(KStA)

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